Berlin passt die Darstellung der Leistungen im Fach Deutsch auf Grundschulzeugnissen an. Für Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 6 werden künftig keine einzelnen Teilbewertungen mehr im Zeugnis aufgeführt. Statt einer detaillierten Aufschlüsselung nach verschiedenen Kompetenzbereichen soll nur noch eine einheitliche Gesamtnote für Deutsch erscheinen.
Die Umstellung gilt bereits ab dem aktuellen Schulhalbjahr 2025/26. Damit betrifft sie die Halbjahreszeugnisse, die am 30. Januar ausgegeben werden. Mehrere Medien hatten im Vorfeld über die geplante Änderung berichtet.
Welche Angaben künftig wegfallen
Bislang war für Eltern auf dem Zeugnis erkennbar, wie sich die Deutschnote zusammensetzt. Dafür wurden verschiedene Bereiche getrennt bewertet, darunter beispielsweise:
- mündliche Beteiligung (z. B. Sprechen und Zuhören)
- schriftliche Leistungen (z. B. Texte verfassen)
- Rechtschreibung
- Sprachwissen (z. B. Grammatik)
- Leseleistung sowie medienbezogene Kompetenzen
Diese einzelnen Bewertungspunkte sollen künftig nicht mehr separat auf dem Zeugnis stehen. Stattdessen wird nur noch die Gesamtnote im Fach Deutsch ausgewiesen.
Warum die Änderung eingeführt wird
Nach Angaben der Berliner Senatsbildungsverwaltung soll die Maßnahme vor allem dazu beitragen, den Aufwand bei der Zeugniserstellung zu reduzieren. Zudem sei beabsichtigt, die Zeugnisse übersichtlicher und kompakter zu gestalten.
Gleichzeitig wird betont, dass sich am Unterricht selbst keine grundlegenden Vorgaben ändern. Der Rahmenlehrplan bleibt weiterhin die Grundlage.
Wie Eltern weiterhin Informationen erhalten können
Auch ohne Teilnoten im Zeugnis sollen Eltern weiterhin Rückmeldungen darüber bekommen, wo ein Kind gut vorankommt und wo zusätzliche Unterstützung sinnvoll sein kann. Diese Informationen sollen künftig vor allem über andere Wege vermittelt werden, zum Beispiel durch:
- fortlaufende Beobachtungen im Unterricht
- Rückmeldungen während des Schuljahres
- Gespräche zwischen Schule und Eltern
Reaktionen aus Schulen und Elternschaft
In einigen Familien und Schulen führte die kurzfristige Änderung zunächst zu Verwunderung, da Informationen nicht überall sofort vollständig vorlagen. Teilweise wurde berichtet, dass es anfangs Unklarheiten zur Umsetzung gegeben habe.
Schulen weisen jedoch darauf hin, dass persönliche Gespräche häufig genauer und individueller abbilden können, wie sich die Leistungen eines Kindes entwickeln, als es reine Zeugnisnoten ermöglichen.

